Waschprogramme

 

Die Waschprogramme sind auf Fasern, Färbung, Struktur (Gewebeart) und den Verschmutzungsgrad der Textilien abgestimmt. Sie unterscheiden sich durch folgende unterschiedliche Parameter: Wasserstände, Temperaturen, Waschzeiten, Reversierrhythmen, Anzahl der Laugenwechsel, Spülgänge und den Entwässerungsgrad (Schleudern).

 

 

Programmwahl

Die Wahl des geeigneten Programms erfolgt manuell mittels Drehschalter und/oder Drucktasten oder elektronisch über Tastatur. Haben Geräte nur ein Bedienungselement für die Programmwahl, so ist die erforderliche Temperatur dem eingestellten Programm zugeordnet und entspricht der internationalen Pflegekennzeichnung: 30° C, 40° C, 60° C, 95° C. Es kann auch kalt gewaschen werden. Wird das Programm mit mehreren Bedienungselementen gewählt, so kann die Temperatur individuell über einen Temperaturwähler eingestellt werden. Durch zusätzliche Tasten können einzelne oder mehrere Faktoren des gewählten Programms verändert werden (Nachwaschzeit, Wasserstände, Spülgänge, Schleuderdrehzahl,...).

 

 

Koch-/Buntwäsche

Dieses Programm wird auch Grundprogramm genannt und umfasst die Programmabschnitte Vorwäsche (zusätzlich wählbar), Hauptwäsche, Spülen, Weichspülen und Schleudern.

 

Vorwäsche:

Nach dem Wasserzulauf über die Vorwaschmittelkammer wird die Lauge bis 40° C aufgeheizt (Temperaturbegrenzung bzw. -überwachung), dabei wird die Wäsche ständig bewegt. Die Waschdauer liegt bei ca. 15 bis 20 Minuten. Nach Ablauf der vorgesehenen Vorwaschzeit wird die Lauge abgepumpt.

 

 

Hauptwäsche:

Nach dem Wassereinlauf über die Hauptwaschmittelkammer wird die Lauge auf ca. 40° C erwärmt und nach einer Verweilzeit von 8 bis 15 Minuten auf die zuvor gewählte Waschtemperatur aufgeheizt. Dies geschieht temperaturgesteuert oder in Kombination von Temperatur- und Zeitsteuerung. Während der Aufheizdauer kann die Trommeldrehzahl verringert werden. An das Erreichen der Endtemperatur schließt sich im allgemeinen eine Nachwaschzeit von 10 bis 20 Minuten an, bevor die Lauge am Ende der Hauptwäsche abgepumpt wird. Die Waschdauer ist abhängig von der Wassereinlauftemperatur, der Waschtemperatur, der Wäscheart und Menge, der Heizleistung und dem Wasserstand. Sie dauert ca. 60 Minuten bei Koch-/ Buntwäsche, ca. 45 Minuten bei Pflegeleichtwäsche und ca.15 Minuten bei Feinwäsche und Wolle.

 

 

Spülen:

Die schmutzige Lauge wird durch mehrere Spülgänge (2 bis 5) aus der Wäsche entfernt. Zum Teil wird zwischen den Spülgängen geschleudert. Das bisher übliche erhöhte Niveau in den Spülgängen kann durch das Normalniveau ersetzt werden, jedoch ist dann ein Schleudern nach der Hauptwäsche erforderlich. Dabei muss die Schaumentwicklung überwacht werden.

 

 

Weichspülen:

Bei den meisten Waschmaschinen erfolgt der Wasserzulauf für den letzten Spülgang über die Weichspülkammer, in welchen vor Beginn des Waschprogamms der Weichspüler (z.B. Silan) zugegeben werden kann.

 

 

Schleudern:

Das Waschprogramm endet mit dem Schleudern und eventuellem Auflockern der Wäsche.

Das gesamte Koch-/ Buntwaschprogramm dauert ca. 110 bis 120 Minuten.

 

 

Pflegeleichtprogramm

Die vorgegebene Beladung in diesem Programm liegt idealerweise bei 2,5 kg. Der Waschgang erfolgt mit niedrigem Wasserstand bei normaler Trommelbewegung. Das Spülen erfolgt mit hohem Wasserstand und teilweise reduzierter Trommelbewegung. Wurde der Spülstopp gewählt, bleibt die Wäsche im letzten Spülbad liegen, um Knitterbildungen zu verhindern.

 

 

Feinwaschprogramm

In diesem Programm beträgt die Beladung 1 bis 2 kg. Waschgang und Spülgänge erfolgen mit hohem Wasserstand und verminderter Trommelbewegung. Die weiteren Funktionen sind ident mit dem Pflegeleichtprogramm.

 

 

Wollprogramm

Bei diesem Programm wird die Mechanik stark herabgesetzt, so dass maschinenwaschbare Wolle textilgerecht gewaschen werden kann. Dies wird erreicht durch:

 

- hoher Wasserstand = niedrige Trommeldrehzahl

- lange Stillstandspausen = geringe Beladung 1 bis 1,5 kg

 

 

Sparprogramm

Bei der Wahl des Koch-/ Buntwasch- oder Fein-/ Pflegeleichtprogramms und Betätigen der "E-Taste" wird die Nachwaschzeit des jeweiligen Programms verlängert, um auch bei niedrigen Temperaturen eine gute Reinigungsleistung zu erreichen.

 

Temperaturabsenkung von 95° C auf 60° C bzw. von 60° C auf 40° C.

 

 

Kurzprogramm

Die Programmdauer wird z.B. durch Weglassen der Nachwaschzeit, durch Begrenzen der Temperatur auf 40° C, Spülen mit nur zwei Spülgängen und Kurzschleudern auf ein Minimum reduziert. Darüber hinaus unterscheiden sich Kurzwaschprogramme durch die halbe Beladungskapazität.

 

 

Einweichprogramm

Das Einweichprogramm ist ein separates Waschprogramm für besonders stark verschmutzte
Wäsche. Es eignet sich besonders für die Vorreinigung von Blut, Stärke und Eiweißverschmutzung.
Das Einweichen wird mit erhöhtem Niveau entweder kalt oder bis 40° C durchgeführt. Die Wäsche
wird nach längerer Stillstandspause nur kurz bewegt.

 

 

Schleudern

Das Entwässern der gewaschenen Wäsche erfolgt im Waschvollautomaten mechanisch durch Schleudern. Die Trommel dreht sich dabei mit hoher Geschwindig-keit. Durch die Fliehkraft wird die Wäsche gegen die gelochte Trommel gedrückt und das Wasser herausgeschleudert. Der Grad der Entwässerung ist abhängig von: Trommeldrehzahl, Trommeldurchmesser, Verhältnis von Trommelmantelfläche zur Trommellochung, Zusammensetzung der Wäsche, Beladungs-menge, Verteilung der Wäsche in der Trommel, Schleuderprogramm und Schleuderdauer. Die nach dem Schleudern der Wäsche zurückbleibende Feuchtigkeit ist die Restfeuchte. Sie wird in Prozent, bezogen auf das Gewicht der Trockenwäsche angegeben. In Waschvollautomaten können bei Baumwolle folgende Werte erreicht werden:

 

 


Trommeldrehzahl in U/min Restfeuchte in %

500               100 - 110

800               70 - 75

1000             60 - 65

1200             50 - 60

1400             45 - 50

1600            42 - 45

Das Schleudern kann ohne Unterbrechung bei jeweils höchster Trommeldrehzahl ab-laufen. Die Schleuderzeit beträgt ca. 5 bis 10 Minuten. Dagegen besteht das Stufen-schleudern, auch Intervall-, Variomatik- oder intermittierendes Schleudern genannt, aus mehreren Schleuderphasen mit zunehmender Drehzahl. In den dazwischen liegenden Pausen wird die Wäsche aufgelockert und umgeschichtet. Durch diese Technik wird die Wäsche gleichmäßig entwässert und die Knitterbildung verringert. Die Höchstschleuder-drehzahl kann teilweise reduziert werden, trotzdem wird eine gute Entwässerung erreicht.