Geschichte des Wäschewaschens

 

Die Reinigung der Wäsche und Bekleidung wird erst mit der "Entdeckung" der Wirkung von Seife und Alkalien zu einem Kapitel der aufgezeichneten Geschichte. Erste Hinweise finden sich 2500 v. Chr. bei den Sumerern. Vom römischen Arzt Gallenus (2.Jh.n.Chr.) stammt ein Rezept für "Sapo", einem Heil und Reinigungs-mittel, das aus Fett, Aschlauge und Kalk hergestellt wurde. Für die Römer stellte neben Holzasche verfaulter Urin eine wichtige Alkaliquelle zum Waschen ihrer wollenen Togas dar. Kaiser Titus Flavius Vespasian besteuerte die "anrüchigen" Fulones (Wäschereien). "Pecunia non olet - Geld stinkt nicht"

 

Im Mittelalter waren die Mittelmeerländer Zentren der Seifenherstellung (Olivenöl diente als Rohstoff). Besonders die Städte Alicante, Sevilla, Savona, Venedig und Genua. Erstmals fanden sich in Seifenstücken eingeprägte Markenzeichen. In Mitteleuropa waren die Zentren Augsburg 1324, Prag 1336 und Wien 1337. Die Rohstoffquelle Fett führte dazu, dass  Kerzenzieher  und  Seifensieder  eine  Zunft  darstellten.  Wegen  der Geruchsbelästigung siedelten sich diese Betriebe schließlich am Rande der Städte an. Eben dort - an Flüssen und Bächen - entstanden gewerbliche Wäschereien (z.B. Bachlwäscher im Mühlviertel/OÖ, Wäschermadln in Wien).

 

Im 17. und 18. Jahrhundert bildeten sich in den bürgerlichen Häusern Waschküchen heraus. Wäschewaschen, Stärken, Bläuen (mit blauem Farbstoff wird der Gelbstich der Wäsche kompensiert), Bleichen im Freien bzw. am Rasen, Bügeln und Mangeln waren körperlich sehr anstrengende Tätigkeiten. Weiters stellt zu allen Zeiten das gesamte Umfeld des Wäschewaschens ein wichtiges Thema der Künste dar.

 

Das Zeitalter der Waschmittelchemie beginnt im 19. Jahrhundert. Pioniere waren die Chemiker Chevreul, Berthollet, Leblanc, Liebig und Solvay.    Um    1880   wurden  in Deutschland und England die ersten Waschmittelfabriken gegründet. Ende des 19. Jahrhunderts tauchen die ersten "Waschmaschinen" auf, in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts wird der soziale Wohnbau in Wien mit den ersten modernen Waschküchen zum Trendsetter.

 

Trotzdem stellen in den Haushalten bis ca. 1950 Waschkessel, Trog, Rumpel und Wurzelbürste die wichtigsten Waschgeräte dar. Die Bottichwaschmaschinen, später die automatischen Trommel-waschmaschinen und die modernen maschinengerechten Vollwaschmittel begründen das "moderne Waschzeitalter".